Wohnpsychologie: Wohnung und Persönlichkeit

Wie und warum unsere Wohnung unsere Persönlichkeit spiegelt - Wohnpsychologie.
Unsere Wohnung spiegelt unsere Persönlichkeit wider. Diese Tatsache konnte bereits in vielen Studien belegt werden. Im Laufe unseres Lebens sammeln wir jedoch diverse Dinge an und die Trennung davon fällt uns oft schwer. Dabei könnten die eigenen vier Wände viel schöner und unser Leben viel angenehmer sein, wenn wir unnützen Ballast abwerfen und Überflüssiges einfach loslassen können.

 

Im Wohnen.de Magazin begeben wir uns auf Spurensuche, erklären Ihnen Hintergründe und geben Ihnen wertvolle Tipps an die Hand, wie Sie Ihre Wohnung und damit auch Ihr Leben „entrümpeln“ können.


 


Unsere Wohnung: ein Spiegel unserer Persönlichkeit

Unsere Wohnung spiegelt unsere Persönlichkeit wider.Der aus Großbritannien stammende US-Psychologe Sam Gosling beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit der Erforschung der Zusammenhänge zwischen unserer Persönlichkeit und unseren vier Wänden. Durch diverse Versuche und Studien konnte er nachweisen, dass sich unsere Persönlichkeit über unsere Wohnung bzw. die darin befindlichen Gegenstände sowie die Raumgestaltung offenbart.

Warum man anhand der Dinge, die wir im Laufe unseres Lebens ansammeln und in unserer Wohnung mehr oder weniger offen zur Schau stellen, ein relativ genaues Bild unserer Persönlichkeit ableiten kann, hängt damit zusammen, dass wir die meisten unserer Besitztümer frei wählen. All die kleinen und großen Gegenstände für die wir uns bewusst entscheiden, stehen repräsentativ für unser Leben. Wir nutzen sie, um durch sie auszudrücken, wer wir sind, was uns bewegt und was wir machen.

Bereits 1890 brachte der US-amerikanische Philosoph und Psychologe William James in seinem 1400 Seiten starken Überblick der Psychologie des 19. Jahrhunderts „Principles of Psychology“ folgende Erkenntnis zu Papier:

„Das Selbst eines Menschen ist die Summe all dessen, was er sein Eigen nennen kann.“

An keinen anderen Orten sind so viele Dinge des persönlichen Eigentums versammelt wie in unseren Wohnräumen. Kein Wunder also, dass für Psychologen und interessierte Hobby-Analytiker schon ein kleiner Blick in unsere Wohnung große Rückschlüsse auf uns bzw. unseren Charakter ermöglicht.


Was die Wohnungseinrichtung zum Ausdruck bringt
Einige Persönlichkeitsmerkmale und ihre Kennzeichen in der Wohnungseinrichtung kurz vorgestellt:
Abgrenzung / Schutzbedürftigkeit

Bibliotheken sind Räume, die über eine geradezu einnehmende Stille verfügen. In den eigenen vier Wänden lässt sich mit Büchern und Zeitschriften, die sich bis unter die Zimmerdecke auftürmen, eine ähnliche Atmosphäre zuhause schaffen. Zusätzlich zu dieser besonderen Ruhe schaffen derartige Anhäufungen einen ergänzenden Schutzwall zur Außenwelt und fungieren so als Pufferzone zwischen uns und der Unruhe, Hektik und dem Stress, die draußen vorherrschen.

Geselligkeit

Sind in Wohnräumen viele Sachen zu finden, die Verbindungen mit anderen Menschen zum Ausdruck bringen wie zum Beispiel ein Musikinstrument als Beleg für eine Bandmitgliedschaft, handelt es sich um eine Person, für die Beziehungen mit anderen zu den wichtigsten Dingen im Leben gehören. Eine derartig fokussierte Persönlichkeit behält auch Geschenke in der Wohnung, die ihr vielleicht weniger gefallen oder keinen Nutzen für sie haben – ganz einfach aus dem Grund, dass der Schenkende für sie von Bedeutung ist.

Kindheitsbezogenheit / Heimatverbundenheit

Bauklötze und andere Relikte aus der Kindheit sowie Gegenstände, die einen Bezug zur Herkunft haben und an das elterliche Zuhause erinnern, sind bei Menschen in der Wohnung zu finden, die gern an ihre Kindertage zurückdenken und diesen Dingen deshalb Platz in ihrem erwachsenen Umfeld einräumen. Oft schwingt etwas Wehmut mit, die sich in Gedanken wie „nie war das Leben leichter und unbeschwerter als damals“.

Nachdenklichkeit

Wohnungen, die geprägt durch Fotostapel, alte Terminkalender oder Tagebücher sind, gehören in der Regel zu Personen, die sich mit Vorliebe intensiv mit der eigenen Persönlichkeit und den eigenen Gedanken auseinandersetzen. In den Räumlichkeiten nachdenklicher Personen sind zudem gelegentlich auch Kuscheltiere oder Glücksbringer anzutreffen.

Überlegenheit

Wenn Wohnungen mit Möbeln und Dingen eingerichtet sind, die sich in Seltenheitswert und Preis gegenseitig überbieten, lässt dieses auf einen Bewohner schließen, der zum Ausdruck bringen will, dass er sich anderen überlegen fühlt. Derartige Einrichtungsgegenstände erzeugen oft bei anderen Respekt bis hin zu Neid, was die Person, die sich bewusst zur Gestaltung eines solchen Lebensraums entschieden hat, durchaus begrüßt.

Unzufriedenheit

Glänzen in der Wohnung Pokale und Medaillen um die Wette oder reihen sich Diplome oder Urkunden dicht an dicht an den Wänden, handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Bewohner, dessen Selbstvertrauen eher gering ist oder bei dem das tatsächliche Selbstbild nicht zum eigenen Ideal passt. Durch die offene Zurschaustellung von Belegen für erlangte Siege und Erfolge versucht diese Person ihre Unzufriedenheit zu reduzieren und Selbstzweifel zu kaschieren.


Was Verlustängste und Schmerzen gemeinsam haben

In der Regel fällt es uns schwer, Dinge aufzugeben und uns von ihnen zu trennen, was direkt im Zusammenhang mit der Aussage von William James steht, dass das Selbst eines Menschen durch die Summe der Dinge bestimmt wird, die er sein Eigen nennt.

Zusätzlich ist es noch so, dass wir Dingen, die wir erst einmal in unseren Besitz genommen haben, schon allein deshalb einen deutlich höheren Wert beimessen, weil sie sich in unserem Besitz befinden. Dabei spielt es keine Rolle, um was es sich handelt. Dieser Fakt trifft sowohl auf Statussymbole wie ein Auto oder ein Motorrad wie auch auf Gegenstände des täglichen Lebens wie ein Buch oder ein Stift und sogar auf Verbrauchsgüter wie Lebensmittel zu.

Wie sehr Menschen an einem einmal erlangten Besitztum hängen, wurde bereits in zahlreichen Experimenten untersucht. So gab es einen Versuch, bei dem die Teilnehmer entweder einen Apfel oder eine Orange erhielten und dann aufgefordert wurden, das Obst untereinander zu tauschen. Im Ergebnis hat kaum jemand getauscht, was darauf zurückzuführen ist, dass die Probanden der Ansicht waren, dass ihr Apfel oder ihre Orange wertvoller seien als das entsprechende Gegenstück des vermeintlichen Tauschpartners.

In der Wissenschaft spricht man in diesem Zusammenhang vom so genannten Endowment Effect, der hierzulande auch als Besitztumseffekt bezeichnet wird. Verbraucher schätzen den Wert eines Gutes höher ein, wenn sie dieses besitzen. Aufgrund dieses Effektes ist die Bereitschaft einen höheren Preis für ein Gut zu bezahlen niedriger, wenn der Verbraucher dieses Gut nicht besitzt – und umgekehrt.

Diese These lässt sich zum Beispiel gut auf einem Flohmarkt überprüfen, wo üblicherweise Dinge von einem Verbraucher an einen anderen Verbraucher veräußert werden. Die Preisvorstellungen gehen dabei oft weit auseinander und sind meist beim Verkäufer der Sache deutlich höher angesiedelt als beim Käufer. Wenn es sich um einen Verkaufsgegenstand handelt, der dem Kaufinteressenten bereits bekannt bzw. annähernd bekannt ist (Markenartikel, ähnliches Produkt bereits in seinem Besitz), bewertet dieser den Wert des Gutes in der Regel höher. Hat der Verkäufer des Gegenstandes keinen richtigen Bezug (z.B. bei einem Verkauf für Dritte / nicht sein ursprüngliches Eigentum) dazu, kommt es gerade im Bereich der Flohmärkte oft dazu, dass der vom Verkäufer aufgerufene Preis niedriger ausfällt als der Preis, den der vermeintliche Käufer erwartet hat.

Der Endowment-Effect beruht auf einer neurologischen Ursache: Unser Gehirn verarbeitet den Verlust eines Besitzes im identischen Areal wie den Schmerz. Da wir normalerweise auch kein Interesse daran haben, Schmerzen zu empfinden, haben wir ebenso wenig Interesse daran, Dinge aus unserem Besitz zu verlieren.


Wie sich unser Kaufverhalten mit den Jahren verändert

Bei knapper Kasse ist man bei der Wohnungseinrichtung weniger wählerisch.In jungen Jahren, wenn man sich noch im Studium oder in der Ausbildung befindet, sind oft nur wenige Geldmittel vorhanden, die entsprechend möglichst sinnvoll genutzt werden müssen. Der persönliche Besitz beschränkt sich in diesem Alter oft auf ein Minimum und besteht meist in weiten Teilen nicht unbedingt aus Lieblingsstücken. In Bezug auf die Wohnungseinrichtung gibt man sich in diesem Alter auch gerne mit einem bunten Sammelsurium aus Erbstücken, Flohmarktfunden, überlassenen Dingen aus dem Haushalt der Eltern und anderer Verwandter sowie günstigen Möbeln und Artikeln aus dem Discounter zufrieden.

 

 

Wenn mehr Geld zur Verfügung steht, werden Möbel und Einrichtungsgegenstände bewusster gewählt und gerne gekauft.Wenn die Lehre oder das Studium dann beendet sind, wird eine Lebensphase erreicht, wo ein höherer Verdienst mehr Geld in die Kasse spült. Dieses Geld wird dann auch gerne z.B. in das ein oder andere hochwertige Möbelstück, nützliche Küchengeräte und viele weitere Dinge investiert, die uns das Leben angenehmer machen.

Ökonomischen Studien zufolge, erreicht unser Konsumverhalten im Alter zwischen 40 und 50 ein absolutes Hoch.

Die Autorin Annette Schäfer liefert in ihrem Buch „Wir sind, was wir haben – Die tiefere Bedeutung der Dinge für unser Leben“ zwei Begründungen für das gesteigerte Kaufverhalten in der Lebensmitte:

  • Wir wollen uns und anderen während dieser Lebensphase materiell zeigen, was wir beruflich und privat schon alles geleistet und erreicht haben.
  • Im Alter zwischen 40 und 50 – dem vermeintlich besten Alter – ist unsere Lebenszufriedenheit oft an einem Tiefpunkt angelangt, wie Glücksforscher in Untersuchungen herausgefunden haben. Dieser Lebensabschnitt wird von einer verstärkten Auseinandersetzung mit unangenehmen Gefühlen geprägt, die unter anderem durch verschiedene Ängste hervorgerufen werden. Eine Rolle kann zum Beispiel die Angst vor dem Älterwerden allgemein, die Notwendigkeit den Tod eines Elternteils verarbeiten zu müssen, eine Trennung/Scheidung oder eine Unzufriedenheit mit dem Job spielen. Durch den Kauf eines schönen Gegenstand – vielleicht auch von etwas richtig Teurem, „schenken“ wir uns in derartig schweren Situationen – wenigstens für eine kurze Zeit – etwas Glück, da unsere Selbstzweifel und negativen Gefühle im Moment des Kaufens und Besitzens einer neuen Sache in den Hintergrund rücken.


Wenn die Wohnung kein Ort zur Erholung mehr sein kann

Im Laufe unseres Lebens sammeln wir in unseren vier Wänden allerlei „Zeug“ an. Die Gründe dafür sind vielfältig und in den vorangegangenen Absätzen bereits erläutert:

  • Dinge haben für uns eine emotionale Bedeutung – wir empfinden viele Dinge oft als Bestandteil unseres Selbst.
  • Unser Gehirn bewertet Verlust negativ und erschwert uns so die Trennung von Dingen, die wir vielleicht schon lange nicht mehr – vielleicht sogar noch nie wirklich – gebraucht haben.
  • Ein gepushtes Konsumverhalten, welches uns vermeintlich dabei helfen soll, die Gegebenheiten des Lebens zu akzeptieren und damit zurechtzukommen.

Wir fühlen uns gut, solange wir das Gefühl haben, dass wir die Macht über unsere Habseligkeiten – die vielen kleinen und großen Dinge, die wir unser Eigen nennen – haben.

In chaotischen Verhältnissen kann man in den eigenen vier Wänden nicht mehr entspannen - die Wohnung wird zum Stressfaktor.

Doch kann die Sachlage sich schnell ins Gegenteil umkehren: Wenn die Dinge beginnen, Macht über uns zu bekommen, kann dieses zu einer deutlichen Einschränkung unserer Lebensqualität führen. Jedes Teil in unserer Wohnung gleicht dann einer stummen Ermahnung und verlangt nach Beachtung bzw. danach benutzt zu werden, danach weggeräumt zu werden oder auch danach aus der Wohnung entfernt zu werden, weil sie zu viel Platz wegnehmen.

Die Wohnung wird unter solchen Umständen zunehmend zum zusätzlichen Stressauslöser in einem sonst oft schon stressigen Alltag. Oft ist ein Ordnung-halten kaum noch möglich, was sich unangenehm auf unser Gehirn auswirkt, da alles, was herumliegt, gleichzeitig unsere Aufmerksamkeit fordert. Herumliegende Bücher und Zeitschriften wollen endlich gelesen werden, der Stapel CDs mahnt uns dazu, wieder einmal herein zu hören, während die gewaschene Kleidung im Wäschekorb auf das Bügeleisen und die Unterbringung im längst schon übervollen Kleiderschrank wartet und wann haben wir zum letzten Mal die Zeit gefunden, unsere vielen Deko-Gegenstände und liebgewonnenen Nippes einmal gründlich abzustauben? In einer derartig „schreienden“ Wohnung bleibt kein Raum mehr zur Erholung und Entspannung.


In Kopf und Wohnung für Klarheit sorgen

Höchste Zeit zum Aufräumen, dabei auch gleich aussortieren und nicht benötigte Dinge entsorgen.Damit unsere Wohnung (wieder) ein Ort sein kann, der uns Wohlbefinden vermittelt und an dem wir uns erholen und entspannen können, ist es wichtig, dass wir uns dort nur mit Dingen umgeben, die wirklich von Bedeutung für uns sind.

Um nicht im Chaos zu versinken, sollten wir unsere Wohnung deshalb in regelmäßigen Zeitabschnitten einer genauen Überprüfung unterziehen. Haben unsere dort angesammelten Habseligkeiten immer noch dieselbe Bedeutung wie zu dem Zeitpunkt als sie in unseren Besitz gelangten? Passen die Dinge noch zu uns und unserer Persönlichkeit oder bringen sie etwas über uns zum Ausdruck, was wir schon lange nicht mehr sind? Mögen wir einen Gegenstand wirklich oder bewahren wir ihn nur auf, weil wir ihn geschenkt bekommen haben und uns dem Schenkenden verpflichtet fühlen? Werden wir gelesene Bücher und Zeitschriften wirklich noch einmal in die Hand nehmen oder werden sie lediglich weiter im Stapel oder Regal ein unnützes Dasein bei uns fristen?

Diese und weitere Fragen gilt es zu beantworten, um die Dinge, die wir in unseren vier Wänden beherbergen bewerten und eine Entscheidung (behalten oder entsorgen) treffen zu können. Je nach Größe der Wohnung bzw. Menge der Besitztümer können bei einer kompletten Aufräum- und Aussortieraktion sehr viele dieser Neubewertungen und Entscheidungen anstehen, die wir quasi im Sekundentakt treffen müssen. Diese Situation ist für uns nicht alltäglich und ist deshalb noch einmal eine besondere Herausforderung für uns.

Wenn es uns gelingt, den inneren Schweinehund zu besiegen und dem Kampf mit unserem vermeintlich so wichtigen „Kram und Krempel“ erfolgreich aufzunehmen, gewinnen wir viel. Neben einer aufgeräumten Wohnung, die wieder Raum zum Leben und Durchatmen bietet, beschert uns das fälschlicherweise als schmerzhaft empfundene Loslassen nicht mehr benötigter Dinge auch psychische Klarheit. Wirklich wichtige Dinge, die ihren Platz in unseren vier Wänden behalten, können wir jetzt wieder mehr Aufmerksamkeit widmen. Auf diese Weise gelangen wir auch wieder näher zu uns selbst und unserer eigentlichen Persönlichkeit.

 

Tipps zum Aufräumen, Aussortieren und Entsorgen

Spätestens, wenn der angesammelte Besitz in der Wohnung zum Problem wird, ist es Zeit aufzuräumen und auszusortieren. Die nachfolgenden Tipps unterstützen Sie bei der erfolgreichen Umsetzung Ihrer persönlichen Entrümpelungsaktion:

Festen Termin setzen
Wenn Sie den Entschluss gefasst haben, dass in Ihrer Wohnung endlich etwas passieren muss, damit Sie sich dort wieder wohl fühlen können, sollten Sie sich selbst einen festen Termin zum Aufräumen setzen, diesen auch mit höchster Priorität bewerten und dementsprechend einhalten.

Realistische Ziele stecken
Verschonen Sie Ihre Motivation vor allzu über-motivierten Vorhaben und teilen Sie ihre Wohnung in „Portionen“ auf, die sich in einer vertretbaren Zeitspanne bewältigen lassen. Für den ersten Aufräumtermin können Sie sich zum Beispiel nur das Ausmisten eines bestimmten Schrankes oder eines bestimmten Raumbereiches vornehmen. Wenn Sie dieses Ziel erreicht und noch ausreichend Motivation für einen weiteren Teil Ihrer Wohnung vorhanden ist, können Sie auch diesen „angehen“. Sollten Sie sich Ihr erstes Ziel zu hochstecken, besteht die große Gefahr, dass Ihre Motivation in Frustration umschlägt und Sie unter Umständen die ganze Aktion abbrechen, bevor Sie richtig mit dem Aussortieren begonnen haben.

Starten Sie mit Haushaltsgegenständen
Es empfiehlt sich bei groß angelegten Ausmistaktionen, mit dem Aussortieren von Haushaltsgegenständen anzufangen. An diesen Dingen hängt nur selten das Herz, da sie überwiegend aufgrund ihres praktischen Nutzens den Weg in unsere Wohnung gefunden haben. Aus diesem Grund fällt das Aussortieren und die Trennung hierbei oft leichter.

Emotionale Neubewertung
Dingen in unserer Wohnung, denen wir einen hohen emotionalen Wert beimessen, sollten wir beim Aussortieren genauen Einzelbewertungen unterziehen. Fühlen wir uns wirklich noch mit dieser Sache verbunden (wie es mal war)? Können wir uns auch heute noch damit identifizieren bzw. passt der Gegenstand auch noch als Spiegel der momentanen Selbstwahrnehmung?

Kaputt ist kaputt
Alles, was kaputt ist, sollte ohne Wenn und Aber aussortiert werden.

Was nicht passt, wird auch nicht passend gemacht
Nicht an Dingen festhalten, die vielleicht irgendwann einmal wieder passen könnten oder irgendwann einmal gebraucht werden könnten. Aussortieren.

Aus den Augen aus dem Sinn
Gegenstände, die wir seit einem halben Jahr oder länger nicht mehr beachtet oder gebraucht haben, brauchen wir im Grunde wahrscheinlich nie mehr. Also aussortieren.

Könnte man wirklich noch mal gebrauchen
Geben Sie Dinge, die bislang noch nie gebraucht wurden, aber vielleicht in Zukunft noch einmal gebraucht werden könnten, an Verwandte oder Freunde ab, die diese öfter verwenden und behalten Sie sich vor, das Produkt bei Bedarf auszuleihen. Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Raclette-Grill, ein Fondue-Set oder einen Schokobrunnen handeln. Auf diese Weise sparen Sie den Platz in Ihrer Wohnung ein, haben aber jederzeit Gelegenheit auf den Gegenstand zurückzugreifen, wenn Sie ihn dann doch einmal benötigen sollten.

Trennung auf Raten
Wenn die negativen Verlustgefühle bei Dingen so groß sind, dass wir uns partout nicht dazu entschließen können, sie auszusortieren, obwohl wir sie eigentlich nicht mehr brauchen, kann es hilfreich sein, die Sachen separat zu sammeln und vorerst auf dem Dachboden oder im Keller unterzubringen. Mit der Zeit hilft die so geschaffene räumliche Distanz dabei, die Gegenstände endgültig auszusortieren und zu entsorgen.

 


 

Weitere Informationen zum Thema Wohnpsychologie – Wohnen und Persönlichkeit im Internet: