Weihnachtsbaumentsorgung leicht gemacht

Der Weihnachtsbaum, Sinnbild gnadenbringender Weihnachtszeit oder doch eher stummer Zeuge üppiger Festessen und ausgelassener Geschenkeschlachten? Was auch immer er symbolisiert, irgendwann sollte er unser Wohnzimmer wieder verlassen. Dabei stellt sich die Frage, wie bald nach den
Feiertagen hat der Weihnachtsbaum, andernorts auch „Schmuckbaum“ genannt, ausgedient?

weihnachtsbaum-entsorgenEine Frage, die vor einer Generation noch keine war. Traditionell gesehen ist es einfach. Der Weihnachtsbaum bleibt bis zu den Heiligen drei Königen. Die kommen bekanntlich am 6. Januar, ein Tag, der mindestens in Bayern noch ein Feiertag ist. Im Übrigen nicht nur um die stattlichen Fichten abzudekorieren, sondern auch um beim drei Königstreffen die erste nachweihnachtliche Maß zu trinken.

Zwischen den Jahren ist Weihnachten – deshalb bleibt der Baum wenigstens bis Sylvester. 
                                                                                                                                   © Konrad Weiß – Fotolia.com
Doch mit der Tradition ist es so eine Sache. Im Gegensatz zu früher nadelt so manches Weihnachtsbaumexemplar seit dem ersten Advent im Wohnzimmer vor sich hin. Kein Wunder also, dass seine Besitzer nicht bis zum 6. Januar mit der Entsorgung warten wollen. Dennoch bleibt der früheste Termin zum Weihnachtsbaumabbau der 1. Januar. Schließlich ist die Zeit zwischen den Jahren in den meisten Familien die friedlichste und beschaulichste Zeit. Am Silvesterabend hat der Baum dann seinen letzten Auftritt, erstrahlt in voller Schönheit und hat ab dann ausgedient.

Wo findet der Baum seine letzte Ruhe?

Vor der letzen Ruhe kommt die Demaskierung. Nehmen Sie sich dafür wenigstens genau so viel Zeit wie für das Schmücken des Baums. Denn wenn Sie in diesem Jahr die Kugeln, Lichterketten und Engel nicht ordentlich verstauen, sind sie im nächsten Dezember nicht aufzufinden, und der Ärger beginnt von vorn. Also nehmen Sie sich Zeit und tragen Sie langsam, Schicht für Schicht Gold, Silber und Lametta ab. Dabei gilt die umgekehrte Reihenfolge wie beim Schmücken.

Wenn er nun, nackt und bloß vor Ihnen steht, bleibt die Frage, wohin mit dem Kerl? Das hängt vor allem mit seiner Art zusammen. Vielleicht haben Sie einen Baum aus Plastik, zum Zusammenschieben, der auf den Kleiderschrank oder in den Keller gelegt wird, um dann in knapp 12 Monaten in frischem Glanz zu erstrahlen. Dann sind sie fein raus. Die meisten anderen jedoch haben nun ein mehr oder weniger nadelfreies Fichten- oder Tannengerippe vor sich.

Wer einen Kamin oder Kachelofen hat, der zerteilt den Baum in handliche Stücke und übergibt ihn feierlich den Flammen.
Die fröhliche Entsorgung durch das offene Fenster auf die Straße hinunter ist nur in wenigen Wohngebieten zu empfehlen und sollt in jedem Fall durch ein „Achtung Baum“ angekündigt sein.
Wenn Sie den Baum durchs Treppenhaus nach draußen tragen wollen, tun Sie das zu zweit. Einer trägt den Baum und der andere geht mit Handfeger und Schippe hinterher. Je nach Höhe des Stockwerks sollten Sie die Fenstermethode ernsthaft in Erwägung ziehen.

Ist der Baum nun endlich aus dem Wohnzimmer draußen, so gibt es in jeder Gemeinde einen „Weihnachtsbaumsammelplatz“. Folgen Sie einfach den Spuren aus Fichtennadeln und Lametta, sie weisen Ihnen den Weg. Legen Sie dort ihren Baum zu den anderen und verabschieden Sie sich von ihm, bevor sie gefasst wieder nach Hause gehen.

Ein Platz voller Nadeln.

Meist beginnt die eigentliche Arbeit erst jetzt. Dort wo vormals leuchtende Kinderaugen den Baum abtasteten, befindet sich nun ein Nichts mit Nadeln drumherum und viele Kisten, die alle auf den Speicher oder in den Keller sollen. Doch mit dem letzten Ausheulen des Staubsaugers ist auch das geschafft und plötzlich ist Ihr Wohnzimmer größer geworden. Eine wunderbare Ecke ist frei. Ein Ort für ein schickes Möbel oder eine tolle Stehlampe. Ein neuer Lieblingsplatz oder ein dringend notwendiger Blickfang.