Vorsichtsmaßnahmen beim Grillen

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Die Deutschen sind ein Volk von begeisterten Grillfans. Sobald der Frühling die ersten warmen Tage beschert, ziehen köstliche Grillgerüche durch Gartenkolonien, öffentliche Parks und Wohnviertel. Doch es gibt einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, damit die lustige Grillparty nicht eine tragische Wendung nimmt. Viele Grillfans unterschätzen noch immer die Gefahr – dabei sind die Richtlinien für einen sicheren Grillspaß gar nicht so schwer zu befolgen. Wir haben einige Hinweise für Sie zusammengestellt.

Den richtigen Standort auswählen

Grillen Sie nicht am Waldrand oder auf trockenen Wiesen: Die Gefahr eines Feuers durch Funkenflug ist dort viel zu groß. Möchten Sie in der freien Natur grillen, suchen Sie sich besser einen ausgewiesenen Grillplatz. Auch im heimischen Garten sollten Sie den Standort für den Grill sorgfältig auswählen. Ideal ist ein ebener, windgeschützter Ort mit einem nicht brennbaren Untergrund, auf dem der Grill einen festen Stand hat. Ein gewisser Abstand zum Aufenthaltsort der Gäste schafft zusätzliche Sicherheit. In der Nähe eines Grills sollten keine Lampions oder Girlanden aufgehängt werden. Grillen Sie grundsätzlich nur im Freien: In geschlossenen Räumen droht eine Kohlenmonoxid-Vergiftung, die sogar tödlich ausgehen kann.

Ausrüstung und Outfit

Die richtige Kleidung ist für den Chef am Grill unerlässlich. Schützen Sie sich mit einer langen Schürze und Grillhandschuhen. Lockere Kleidungsstücke und flatternde Ärmel haben am Grill nichts zu suchen. Auch ganze Kerle grillen niemals mit nacktem Oberkörper, egal wie heiß die Sonne auch brennt! Genauso wichtig wie die passende Kleidung ist die Grillausrüstung: Langstielige Zangen, Gabeln und Pinsel mit isolierten Griffen helfen Ihnen dabei, einen sicheren Abstand zu den Flammen zu halten.

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Der Holzkohlegrill

Die schlimmsten Grillunfälle verursacht jedes Jahr aufs Neue die Verwendung von ungeeigneten Brandbeschleunigern. Egal, wie hungrig Sie sind – benutzen Sie niemals Benzin, Spiritus oder andere brennbare Flüssigkeit zum Anfeuern. Diese Flüssigkeiten verdunsten blitzschnell, und nur ein kleiner Funke bringt eine solche Dampfwolke zur Explosion. Die Folge sind meterhohe Stichflammen oder ein gefährlicher Feuerball – Sie möchten sicher nicht in der Nähe sein, wenn das passiert!

Vorbehaltlos zu empfehlen sind trockene Grillanzünder, idealerweise mit einem Sicherheits-Prüfsiegel. Ein schnellen und gleichmäßiges Durchglühen der Kohle garantiert außerdem der Anzündkamin. Mit diesem praktischen Helfer können Sie auf gefährliche Brandbeschleuniger-Experimente getrost verzichten und haben trotzdem nach kurzer Zeit perfekt durchgeglühte Kohlen auf dem Grill.

Der Gasgrill

Grundsätzlich ist der Gasgrill um einiges sicherer, aber auch nur, wenn er richtig bedient und regelmäßig gewartet wird. Lesen Sie vor der ersten Inbetriebnahme die Anleitung und halten Sie sich an Sicherheitstipps und Wartungsintervalle. Haben Sie den Gasgrill gebraucht erworben, finden Sie die notwendigen Hinweise auf der Internetseite des Herstellers. Die Gasschläuche können mit der Zeit korrodieren und werden porös, deswegen sollten sie alle drei bis fünf Jahre ausgetauscht werden. Ein praktischer Helfer bei der Suche nach einem Gasleck ist einfaches Seifenwasser. Bürsten Sie Anschlüsse und Schläuche damit ab – entstehen kleine Bläschen, haben Sie ein Leck gefunden.

Kinder und Grillen

Sind bei Ihrem Grillfest Kinder anwesend, lassen Sie die Kleinen nie unbeaufsichtigt. Ein stolperndes Kind wird sich instinktiv irgendwo festzuhalten – greift es nach dem heißen Grill, ist der Unfall schon passiert. Deswegen sollte Kindern ein gesunder Respekt vor dem Feuer beigebracht werden. Angst davor brauchen sie aber keine zu haben. Mit der richtigen Kleidung und Handschuhen ausgerüstet sind sie stolze kleine Grillhelfer und lernen durch Ihr gutes Beispiel, worauf es beim sicheren Grillen ankommt.

Wenn doch etwas passiert ist

Der wichtigste Rat lautet: Bleiben Sie ruhig! Kühlen Sie Brandwunden umgehend mindestens 15 Minuten unter fließendem, kalten Wasser. Verwenden Sie kein Eis wegen der zu niedrigen Temperatur. Ist eine offene Wunde entstanden, halten Sie diese möglichst steril – sämtliche Hausmittel wie Butter oder Honig steigern lediglich die Infektionsgefahr. Konsultieren Sie lieber einen Arzt und zögern Sie bei größeren Unfällen nicht, Feuerwehr und Rettungsdienste unter 112 zu alarmieren.
Am Besten lassen Sie es jedoch gar nicht so weit kommen: Achten Sie lieber auf die nötige Sicherheit und bescheren Sie Ihren Gästen einen Grillabend mit vielen kulinarischen Genüssen. Wir wünschen guten Appetit!