Viel Platz wird zum Luxus – Mietpreisentwicklung in Hamburg

Die Einwohnerzahl der Hansestadt Hamburg wächst rasant. Im selben Atemzug jedoch, sinkt die Anzahl der Neubauten – Wohnraum in Hamburg wird rar und vor allem: Sehr teuer.

Laut einer im Jahre 2009 veröffentlichen Studie der Bertelsmann-Stiftung, steht der Stadt Hamburg eine Wachstumsprognose von 3,9% bis zum Jahre 2025 bevor. Dies Entspräche, ausgehend von der derzeitigen Einwohnerzahl, 68.443 Personen. Hamburg gewinnt also zunehmend an Attraktivität und lockt immer mehr Menschen hinter die Stadttore. Vergleicht man jedoch die steigende Einwohnerzahl mit der Anzahl an Neubauvorhaben für Mehrfamilienhäusern und Wohnungen, so wird schnell klar: Hier wurde zu knapp kalkuliert. Schon lange ist der Trend erkennbar, doch für die Politik kein Grund zum Handeln.

Ein Resultat dieser ignoranten Sichtweise ist schon heute deutlich für alle Mieter in Hamburg zu spüren. Eine Wohnung zu finden, welche bezahlbar bleibt und Ansprüchen des Alltags gerecht wird, ist ein wahrer Nerventest. Hat man schließlich eine adäquate Wohnung oder ein Haus gefunden, bleiben noch die durchschnittlichen 30 Mitbewerber. So ist es nicht selten ein gewohnter Anblick, dass sich bei einer Wohnungsbesichtigung größere Menschenmengen vor dem Eingang sammeln. Eigentümer machen sich diesen Trend zu Nutze: In beliebten Stadtteilen wie Altona, Nienstedten, Eimsbüttel oder Rotherbaum ist ein durchschnittlicher Mietpreis von 9-13 € pro Quadratmeter schon längst gängig. Selbst in eher unbeliebte Stadtteile wie Lurup oder Osdorf, kann ein Mieter mit 6-8 € pro Quadratmeter Wohnfläche rechnen.
Ein Unding, findet der Mieterverein Hamburg und fordert deutlich mehr Wohnungen.

Doch so lange nicht neu gebaut werde, insbesondere in den begehrten Stadtteilen, werde von Mietern jeder Preis bezahlt. So wird wohl, laut einer LBS Studie von 2011, der Mietpreis in Hamburg noch anziehen, jedoch nicht so stark wie in den Vorjahren. Bereits seit 2002 sind in Hamburg pro Jahr konstant maximal 4000 Wohnungen fertiggestellt worden. Benötigt werden hingegen 6000. Durch diesen Mangel sind seit 2009 die Mietpreise um 4,3% angestiegen, und liegen somit aktuell zwischen 5,60 EUR/m² in Billbrook und 18,25 EUR/m² in Nienstedten. Aussagekraft über die Beschaffenheit einer Wohnung, die Lage und Einrichtung, haben diese Statistiken zwar nicht, doch im Vergleich zu den durchschnittlichen Mietpreisen in Deutschland, zahlen Mieter in der Hansestadt circa 4,5% mehr.