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Checkliste: Auf was ist bei der Immobilienfinanzierung zu achten?

Wer träumt ihn nicht, den Traum vom eigenen Haus oder von der eigenen Wohnung? Viele Menschen schrecken dabei allerdings vor der Hürde der Finanzierung zurück. Klar ist, dass dieser Punkt mehr als sorgfältig durchdacht werden sollte, damit der Traum vom Wohneigentum nicht zum finanziellen Albtraum wird. Um Ihnen Ihre Überlegungen zu erleichtern, haben wir Informationen zu den wichtigsten Punkten zusammengestellt, die Sie bei der Immobilienfinanzierung beachten sollten.

1. Höhe der Tilgungsrate

Es gibt zwei Strategien bezüglich der Tilgung eines Kredites für Wohneigentum: Die schnelle Tilgung mit hoher Rückzahlung und die langsamere mit niedrigerer Tilgung. Schauen Sie sich Ihre Gesamtsituation an und wägen Sie ab, welche Variante für Sie am sinnvollsten ist. Fragen Sie sich, wie hoch Ihre Tilgungsrate sein darf. Sicherlich ist der Gedanke richtig, einen Kredit so schnell wie möglich zu bezahlen und Zinsen zu sparen, allerdings müssen Sie sich auch sicher sein, dass Sie den jeweiligen Betrag über einen sehr langen Zeitraum aufbringen können. In Hinblick darauf kann es durchaus Sinn machen, die Höhe der Tilgungsrate niedriger zu setzen als Sie anfangs vielleicht denken, auch wenn die Finanzierung insgesamt ein wenig teurer wird.

2. Höhe des Zinssatzes

Nicht jede Bank bietet den gleichen Zinssatz. Auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick nur leicht variieren, sollten Sie sich bewusst machen, dass über die lange Laufzeit eines Immobilienkredits wenige Zehntel viel Geld bedeuten können. Unterschreiben Sie deshalb nicht gleich den ersten Kreditvertrag, den man Ihnen vorlegt, sondern vergleichen Sie die Angebote verschiedener Banken. Wichtig ist es vor allem, sich den effektiven Jahreszins anzuschauen. Nur daran ist zu sehen, was der Kredit im Jahr wirklich kostet. Banken bieten die Möglichkeit, den Zins festzuschreiben. Natürlich wissen Sie nicht, wie sich die Zinsen in den nächsten Jahren entwickeln werden, trotzdem bietet ein fester Zins aber die Möglichkeit die Belastung auf mehrere Jahre zu kalkulieren und an Ihre persönliche finanzielle Situation anzupassen. Schließen Sie den Vertrag für Ihre Finanzierung am besten zu einem Zeitpunkt ab, wenn die Zinsen niedrig sind. So ist die Chance relativ hoch, dass Sie von einer Zinsfestschreibung profitieren.

3. Persönliche finanzielle Situation

Bleiben Sie realistisch was Ihre finanzielle Situation angeht und suchen Sie die Immobilie immer aufgrund Ihres ganz genau berechneten Budgets aus. Sind Ersparnisse vorhanden, die gegebenenfalls als Grundkapital genutzt werden können? Ist Ihr Einkommen sicher? Auch über viele Jahre? Wenn nicht, haben Sie berufliche Alternativen?

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4. Zeitlicher Horizont

Nehmen Sie sich genug Zeit für die Planung und Vorbereitung des Immobilienkaufs. Ein Zeitraum zwischen drei und sechs Monaten ist realistisch. Nur so können Sie sicher stellen, dass Sie so viele Finanzierungsangebote einholen können, um hinterher sicher zu sein, ein günstiges abzuschließen. Sie benötigen Zeit um sich in persönlichen Gesprächen mit verschiedenen Bankberatern auseinanderzusetzen. Besonders sinnvoll wird das, wenn Sie schon mehrere Angebote von verschiedenen Banken haben, denn oft lassen Banken mit sich reden und kommen Ihnen finanziell entgegen, wenn Sie vorweisen können, dass die Konkurrenz in einzelnen Punkten bessere Konditionen bietet. Denken Sie auch daran, dass nicht nur Gespräche mit Banken Vorteile bei der Immobilienfinanzierung bringen. Sprechen Sie auch bei Bausparkassen, Förderinstituten des Landes, Kreditanstalten für Wiederaufbau und Versicherungsgesellschaften vor. Oft ergeben sich dort zusätzliche Möglichkeiten der Immobilienfinanzierung.

5. Eventuelle steuerliche Vorteile

Der Staat bietet nicht nur Förderprogramme was die Finanzierung eines Immobilienkaufs angeht, sondern in ganz bestimmten Fällen auch steuerliche Vorteile. Leider sind diese bei selbstgenutztem Wohneigentum nicht ganz so zahlreiche wie bei reinen Anlageimmobilien. Käufer von Anlageimmobilien profitieren von zahlreichen Abschreibungsmöglichkeiten, wie beispielsweise der AfA. Für selbst genutztes Wohneigentum bestehen Fördermöglichkeiten im Fall dass eine denkmalgeschützte Immobilie erworben wird. Informieren Sie sich genau, ob solche Immobilien für Sie in Frage kommen könnten, welche Angebote bestehen und welche Möglichkeiten der Steuerersparnis sich ergeben. Diese sind letztendlich in die Immobilienfinanzierung zu Ihrem finanziellen Vorteil einzurechnen.

6. Eigenkapital

Finanzierungsangebote setzen normalerweise ein Eigenkapital von 30% voraus. Das macht nicht nur für das jeweilige Kreditinstitut Sinn, sondern auch für Sie als Kreditnehmer. Potentiell besteht immer die Gefahr, sich zu überschulden, wenn kein Eigenkapital vorhanden ist.

7. Alternative Immobilienfinanzierung

In Zeiten der Globalisierung und der EU, ist eine Möglichkeit die Sie bedenken können auch ein Immobiliendarlehen in einer Fremdwährung. Solche Finanzierungsmöglichkeiten machen sich die unterschiedlichen Zinssätze verschiedener Länder zu Nutze und es ist möglich dadurch einen besonders günstigen Zins zu erzielen.