So senken Sie die Heizkosten

Die Gesamtkosten werden mit Sicherheit weiter steigen, so dass bei gleichen Verhältnissen Heizkosten von ca. 10 Euro/m² für eine Heizperiode in der nächsten Zeit durchaus realistisch erscheinen. Es lohnt sich also in jedem Fall an Energiesparmaßnahmen zu denken.

Heizkessel:
Alte Ölheizkessel verursachen Abgasverluste bis zu 30%. Eine Begrenzung der Abgasverluste wurde festgelegt, gestaffelt nach der Heizleistung. Die Werte gelten für ölbeheizte Feuerstätten. Durch Änderung der Ölqualität, Verschmutzung und andere Beanspruchungen sowie durch Verbrennungsrückstände nehmen die Abgasverluste schnell zu. Jede Zunahme der Abgasverluste verursacht unmittelbar einen Mehrverbrauch an Heizenergie.

Heizkörper:
Sie ermöglichen eine individuelle Temperatureinstellung an jedem Heizkörper und korrigieren selbsttätig die Wärmeabgabe.

Wärmedämmarbeiten:
Da Warmluft nach oben steigt, sollte man am Dach anfangen. Besonders wichtig ist, die Winddichtigkeit und sorgfältige Ausführung der Dämmarbeiten vor allem beim Dachausbau. Außenwände sollen vorrangig von außen gedämmt werden, da sonst die Wärmespeicherfähigkeit der Wände verloren geht und zusätzlich die Gefahr von Tauwasserbildung besteht.

Zusatz-Heizanlage:
Heute werden offene Kamine teilweise als Zusatz- Heizanlage eingeplant. Als Wärmequelle sind sie dann besonders wirksam, wenn sie dank besonderer Konstruktion zur Umlufterwärmung beitragen. Neben den wiederentdeckten Kachelöfen eigenen sich Kamin- Öfen, die in Skandinavien gang und gebe sind: Meist aus Schmiedeeisen mit einer Schamotte-Ausmauerung können sie sowohl als offener Kamin als auch als geschlossener Ofen betrieben werden, wobei die Wärmeabgabe wesentlich größer ist als bei einem offenen Kamin.

Fenster:
Je nach Beanspruchungsgruppe müssen Fenster bei Druckbeanspruchung und gleichzeitiger Beregnung dicht sein. Für besonders gute Wärmedämmung empfiehlt sich eine Leichtgasfüllung im Scheibenzwischenraum.

Heizanlage:
Mit aufeinander abgestimmten Brennern und Heizkesseln werden Abgasverluste von nur ca. 7% erreicht, einem feuerungstechnischen Wirkungsgrad von ca. 93% entsprechend. Besonders bei Altbauten kann es sinnvoll sein die Heizanlage zu modernisieren beziehungsweise zu erneuern. Außentemperatur-Vorlaufsteuerung einschließlich Schaltuhr zur Nachtabsenkung Ist auch bei Thermostatventilen sinnvoll, um die Rohrleitungsverluste zu verringern. Elektromotorische Rauchgasklappen vermindern den Wärmeverlust durch den Kamin (die so genannten Stillstandsverluste) nach dem einzelnen Verbrennungsvorgang. Kessel, Rauchrohr- und Rohrdämmung vermindern den Wärmeverlust im Heizraum. Gut dimensionierte Kaminkopfdämmung vermindert die Abkühlung der Rauchgase und verhindert damit eine Unterschreitung des Säuretaupunktes (Versottungsgefahr). Kaminkopfabdeckungen verhindern nicht nur eine dauernde Durchfeuchtung der Kamin-Innenseite bei Regen, sondern bewirken auch einen besseren Verbrennungsvorgang bei Windböen. Wärmereflektierende Dämmplatten empfehlen sich besonders bei Radiatoren; hierfür werdendünne Polystrolschaumstoffplatten mit Aluminium kaschiert verwendet. Niedertemperatur-Systeme empfehlen sich besonders bei Neuanlagen. Konvektions-Heizkörper geben im Gegensatz zu Radiatoren die Wärme hauptsächlich durch Konvektion (Lufterwärmung) ab und sind daher auch im niedrigen Temperaturbereich wirksam. Wärmepumpen arbeiten nach dem umgekehrten Kühlschranksystem, das heißt sie entziehen der Luft, dem Grundwasser oder dem Erdboden Wärme und pumpen diese auf ein höheres Temperaturniveau. Bevor der Garten angelegt wird, ist es sinnvoll, Rohrsysteme für eine Wärmepumpe zum Beispiel unter der Rasenfläche vorzusehen. In unserer Klimazone müssen so genannte bivalente Systeme (Wärmepumpe und Normal-Heizkessel) installiert werden.
In den letzten Jahren wurde die Entwicklung von Solaranlagen forciert. In Verbindung mit einer Wärmepumpe können sie zur Warmwasser – Versorgung im Sommer dienen. Besonders geeignet sind Solaranlagen für die Schwimmbad- Beheizung, da keine Wärmetauscher und -speicher erforderlich sind und eine Regelung entfallen kann.

Die Dachkonstruktion:
Große Dachüberstände verringern die Durchfeuchtung der Außenwände. Zur Abtrocknung der Niederschlags-Feuchtigkeit muss eine erhebliche Wärmemenge aufgebracht werden. Der Wärmeverlust einer Außenwand bei der Abtrocknung kann so groß sein, dass sich bei Außenluft-Temperaturen um 0°C Energieverluste von bis zu ca. 0,7 um €/m² für jeden Trocknungsvorgang berechnen lassen. Durch Windeinfluss wird die Verdünstung beschleunigt und damit die Abkühlung der Wand erhöht. Die bei den aufgeführten Energiesparmaßnahmen angegebene Reihenfolge soll Bauherren und Hausbesitzern helfen, ihre Heizkosten sinnvoll zu reduzieren.