Rauchmelderpflicht – Alle Hintergründe zur Rauchmelderpflicht

Über kurz oder lang wird jedes Bundesland die Pflicht zur Installation von Rauchmeldern einführen – aus gutem Grund. Auch wenn der Einzelne nichts über die Zahl der Brände in Deutschland erfährt, muss er nur die Zeitung aufschlagen, um von täglich durch Feuer zu Tode gekommenen Menschen zu erfahren. Jahr für Jahr sterben 500 Deutsche an Rauchgasen nach einem Feuer. Die meisten sterben nachts, wenn der Geruchssinn ausgeschaltet ist. Der menschliche Gehörssinn schaltet sich im Schlaf aber nicht ab. Daher sind Rauchwarnmelder sinnvoll, weil sie den Menschen noch zeitig wecken, wenn Rauch den Raum füllt und bis zur Decke vordringt. Nur wenige Atemzüge genügen, um einen in Lebensgefahr zu bringen. Je tiefer sie sind, desto schneller geht es.

Wie viel Einsicht braucht der Mensch?

Rauchmelder dienen zu Ihrem Schutz – aber dennoch meinen viele Bundesbürger, sie müssten auch bei bestehender Installationspflicht keine Rauchmelder installieren. Am Preis der Rauchmelder kann es wohl kaum liegen. Mit einem flächendeckenden Netz von Rauchmeldern müssten die Feuerwehren und Notärzte weit weniger Brandverletzte und Rauchgas-Tote aus den rauchenden Trümmern bergen, vom eingetretenen Sachschaden in Millionenhöhe einmal abgesehen. Aus den Statistiken der Bundesländer, die bereits die Rauchmelderpflicht eingeführt haben, kann man deutlich ablesen, wie erfolgreich Rauchmelder arbeiten. Wer in seinem Eigenheim oder in einem Neubau die Installation von Rauchmeldern unterlässt, handelt nicht nur aus Sicht der Versicherungen und Brandbekämpfer in höchstem Maße fahrlässig. Potentiell kann überall ein Brand ausbrechen, auch wenn man noch so vorsichtig ist. Ein einziger Kabeldefekt oder Kurzschluss genügt. Diese Einsicht sollte einen dazu bewegen, auch ohne Installationspflicht auf Nummer Sicher zu gehen.

Wer kontrolliert eigentlich die Installation?

Im Neubau nimmt der Schornsteinfeger die Rauchmeldeanlagen ab. Auch die Installation in Bestandsbauten wird durch ihn absolviert, sofern nicht eine Firma damit beauftragt wird, Installation und regelmäßige Wartung zu übernehmen. Der Wohnungsinhaber oder Hausbesitzer bekommt eine ausführliche Verhaltensanweisung, wie er damit umzugehen hat. Was passiert, wenn Sie keine Rauchwarnanlagen installiert haben, obwohl dies seitens des Vermieters oder per Gesetzgebung vorgeschrieben war? Im Falle eines Brandes kann die Versicherung Leistungen verweigern. Sicherheitsvorschriften sind grundsätzlich Bestandteil von Versicherungsbedingungen, die für die bewohnten Gebäude und den Hausrat gelten. Sie als Versicherungsnehmer haben die Pflicht, alle Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die gesetzlich vorgegeben sind. Die Rauchmelderpflicht ist in vielen Bundesländern schon per Gesetz zur Pflicht erklärt worden. Folglich sind Sie auch der Gebäude- oder Hausratsversicherung gegenüber in der Pflicht. Zahlt diese nicht, müssen Sie für alle Schäden aufkommen, wenn der Brand durch Ihre Nachlässigkeit nicht frühzeitig bekämpft werden konnte. Kommen zudem Menschen zu Schaden, wird das Leid aller noch sehr viel größer. Ein simpler Rauchmelder in jedem Raum hätte das effektiv verhindert.

Ist Unwissenheit fahrlässig?

Viele Wohnungsinhaber behaupten im Schadensfall, sie hätten keine Kenntnis von der Rauchmelderpflicht in ihrem Wohnort gehabt. Das sieht ein Versicherungsunternehmen aber ganz anders, wenn es zum Schadensfall kommt. Es unterstellt Ihnen aller Wahrscheinlichkeit nach Fahrlässigkeit, weil es in der Presse genügend Informationen zur Rauchmelderpflicht gegeben hat. Sie müssen als Versicherungsnehmer außerdem beweisen, dass die Schadenshöhe auch mit Rauchmeldern ähnlich hoch gewesen wäre. In der Regel ist dieser Beweis nicht beizubringen. Wenn in Ihrer Abwesenheit durch einen technischen Defekt das Haus abbrennt, hätten bei Installation eines Rauchwarnsystems immerhin die Nachbarn die Feuerwehr rufen können. Der Schaden wäre vermutlich nicht in die Hunderttausende gegangen, sondern hätte nur einen Bruchteil dieser Summe ausgemacht. Die Versicherung zahlt in diesem Fall – wenn überhaupt – nur einen Teil des Schadens. Der Rest der Schadenssumme lastet auf Ihren Schultern. Angebliche Unwissenheit schützt einen nicht vor der Verantwortung. Wenn die Rauchmelderpflicht bundesweit eingeführt ist, entfallen solche Schutzbehauptungen ohnehin. Das Informationszeitalter macht es ziemlich unwahrscheinlich, dass die Rauchmelderpflicht gänzlich unbemerkt an einem vorbei gegangen ist.