Mietpreisentwicklungen in deutschen Großstädten

Die Mietpreisentwicklung in Deutschland kennt momentan nur einen Weg: Nach oben! Besonders in den Großstädten setzt sich dieser jahrelange Trend deutlich fort. Wer sich 2011 eine neue Mietwohnung zulegt, muss durchschnittlich bis zu einem Prozent mehr als letztes Jahr dafür zahlen. In Großstädten ist die Situation noch verschärfter: Hier wird ein Anstieg der Nettokaltmiete um knapp zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr registriert. Besonders in Städten deren Einwohnerzahl die 100.000 überschreitet, wird die Suche nach einer preisgünstigen Wohnung immer mehr zum Glücksspiel.

Momentan ist es sogar unerheblich, welche Lage oder Ausstattungsqualität das neue Domizil besitzt. Die geringe Neubautätigkeit der letzten Jahre macht sich nun auf dem Wohnungsmarkt schmerzlich bemerkbar. Gerade der Erstbezug in Neubauwohnungen ist für viele Durchschnittsverdiener beinahe unerschwinglich geworden. Die ständig steigenden Nebenkosten wie Heiz- und Stromkosten erhöhen die Nettokaltmiete nochmals kräftig. Viele sprechen hier schon von der „zweiten Miete“. Das Angebot und die Nachfrage nach neuen Wohnungen geht zunehmend auseinander. Laut Statistik des IVD-Bundesverbandes liegt heute die Nettokaltmiete um knapp 15% höher als noch vor zwölf Jahren!

Ein weiterer Umstand für die Mietpreiserhöhungen ist die immer größer werdende Anzahl der Singlehaushalte. Dies führt zu einem erhöhten Raumbedarf, der durch die geringe Neubautätigkeit nicht ausgeglichen werden kann. Die Ballungsräume werden zudem überdurchschnittlich stark frequentiert.

Besonders gut ausgestattete Wohnungen in bevorzugten Wohngebieten sind in den Großstädten sehr teuer geworden. Oft erhöhen die Vermieter die Kaltmieten bei Neueinzug um bis zu 200 Euro, ohne eine vorherige Renovierung durchzuführen. Der neue Mieter bleibt alleine auf diesen zusätzlichen Kosten sitzen. Altbauwohnungen liegen sehr im Trend. Auch hierfür wird kräftig abkassiert! Selbst für Bestandwohnungen der Nachkriegszeit zeigt der Pfeil nach oben. Meist handelt es sich hierbei um hellhörige Gebäude aus den 50iger und 60iger Jahren, welche oft nicht einmal mehr den Standardanforderungen entsprechen. Die Vermieter scheuen sich jedoch nicht, auch bei diesen Immobilien die momentane Wohnungsmarktlage auszunutzen.

Die teuerste Großstadt ist und bleibt München. Mit einem Quadratmeterpreis von durchschnittlich 12 Euro/Quadratmeter liegt sie, laut IVD, 100% über dem normalen Durchschnitt. Danach folgen Wiesbaden, Hamburg, Heidelberg und Stuttgart. Berlin, die Hauptstadt ist hier mit 7 Euro pro Quadratmeter eine wirklich günstige Metropole!