Mietpreisentwicklung in Frankfurt: Soziale Segregation zu erwarten?

Frankfurt am Main gilt hinter London und Paris als gefragtester europäischer Standort für internationale Unternehmen, wird zu den „Alpha World Cities“ gerechnet und ist ein europäisches Finanzzentrum. Immer mehr Menschen zieht es in die Mainmetropole, bis zum Jahr 2020 wird ein Anstieg der Einwohnerzahl von jetzt 680.000 auf 720.000 prognostiziert. Laut FAZ wohnen 80 Prozent der Frankfurter zur Miete – der erwartete Einwohnerzuwachs wird sich auf die Mietpreisentwicklung in Frankfurt am Main deutlich auswirken.

Nachdem in Frankfurt die Baubranche lange Zeit vorwiegend auf die Errichtung neuer Bürogebäude konzentriert war, rückte in den letzten Jahren der Wohnungsneubau verstärkt in den Blickpunkt und die Wohnungsmarktlage entschärfte sich dadurch etwas. Doch trotz der Zunahme von verfügbarem Wohnraum steigt auch der Bedarf an Wohnfläche in Frankfurt immer weiter. Grund hierfür sind der Zuzug von hochqualifizierten Arbeitskräften aus dem In- und Ausland, die Zunahme von Einpersonenhaushalten sowie das Interesse älterer Menschen am Wohnen in Stadtnähe.

Das Mietpreisgefälle zwischen Innenstadt und äußeren Stadtgebieten wird sich deshalb in den kommenden Jahren noch weiter verstärken, analysiert die Frankfurter Rundschau. Schon jetzt ist dies deutlich ausgeprägt: Der Quadratmeterpreis des gesamten Frankfurter Stadtgebiets liegt zwischen 7 und 15 €, wobei für sanierte und besser ausgestattete Altbauwohnungen sowie für Wohnungen in einem Neubaugebäude durchaus auch mehr als 15 €/m² zu entrichten sind. Der Quadratmeter Wohnraum im Nordend kostet durchschnittlich etwa 11 €, im Stadtteil Sindlingen hingegen 8 €, so die FAZ. Die Frankfurter Industrie- und Handelskammer errechnete für eine normale 80m²-Wohnung mit drei Zimmern in Sindlingen den Monatsmietpreis von 640 €, inklusive Nebenkosten, für die entsprechende Wohnsituation in der Innenstadt dagegen 880 €. Als Basis-Nettomiete für eine 70m²-Wohnung in Frankfurt gibt der aktuelle Mietspiegel im Mittel 8,95 €/m² an. Zum Vergleich: Der Quadratmeterpreis im bundesweiten Durschnitt steht bei etwa 6 €.

Besonders der Bedarf an Wohnungen in unteren Preisbereichen kann nicht mehr gedeckt werden und Wohnungen in der Innenstadt sind fast nur noch von Gutverdienenden zu bezahlen. Die FAZ warnt deshalb vor einer sozialen Segregation der Frankfurter Bevölkerung und einer Homogenisierung attraktiver und zentral gelegener Stadtteile.

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