Mietpreisentwicklung in Berlin

Deutschlands Hauptstadt boomt. So konnte Berlin im Jahr 2010 bereits über 18.000 neue Einwohner begrüßen, womit die Einwohnerzahl bei fast 3,5 Millionen lag. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Mietpreisentwicklung. Berlin hat 2010 den Neubau von nur rund 5500 Mietwohnungen genehmigt, wovon der Großteil im oberen Preissegment liegen wird. Dem gegenüber steht eine wachsende Anzahl Berliner, die einen passablen Wohnraum wünscht. Historisch gesehen war Berlin schon immer eine Mieterstadt, die meisten Eigentumswohnungen und Eigenheime wurden von zugezogenen Neu-Berlinern erworben und vermietet. All diese Faktoren führen zu einer mehrheitlich ansteigenden Mietpreisentwicklung in Berlin.

Ende Mai 2011 stellte die Berliner Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) den neuen Mietspiegel vor, woraufhin die anerkannte “Berliner Morgenpost” eine neue “Wohnungsknappheit” ausrief. Im Durchschnitt zahlt ein Berliner 5,21 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter – dies bedeutet einen Anstieg von acht Prozent innerhalb der letzten zwei Jahre. Hintergründe für diese immense Teuerung sind neben der Bevölkerungsentwicklung, die Möglichkeiten der Eigentümer nach Modernisierung oder Sanierung und bei einer Neuvermietung ihrer Immobilie die Kosten über eine Mieterhöhung auf den Mieter umzulegen. Durch die Anstrengungen der Stadt Berlin selbst, heruntergekommene Viertel oder sogenannte Problembezirke wieder salonfähig zu machen, kommt es nun auch in den betreffenden Stadtteilen zu Mieterhöhungen durch die aufgebesserte Lage.

Insgesamt zeigen die Trendbarometer nach oben. In Berlin werden die Mieten auch in Zukunft weiter steigen. Wie in allen anderen Städten richten sich auch hier die Mieten nach Lage, Größe, Ausstattung und Modernisierungsstatus. Für eine Altbauwohnung in Lichtenrade wird eine relativ günstige Quadratmetermiete zwischen fünf und acht Euro fällig, in Berlin-Mitte werden bereits 7,50 Euro bis 14,50 Euro berechnet. Noch weiter steht die Mietpreisschere bei neugebauten Wohnungen und Häusern auseinander. Hier beginnen die Quadratmeterpreise ab 8 Euro und tendieren bis zu 25 Euro in Hannover-Mitte, 18 Euro im Tiergarten und 13 Euro im beliebten Kreuzberg. Laut Immobilienkompass des Finanzmagazins “Capital”, der jedes Jahr veröffentlicht wird, ist der einzige Stadtteil ohne signifikante Mietpreiserhöhungen Lichtenrade. Dies kann jedoch unter anderem darauf beruhen, dass die Mieten für Altbauten zwischen 5 und 8 Euro liegen, hingegen kaum Neubauten errichtet werden, die vermietet werden könnten. Selbst die Kaltmieten in den sogenannten Plattenbauten erfahren eine Steigerung.

Wer seinen Wohnsitz langfristig nach Berlin verlegen möchte, sollte dies so bald wie möglich verwirklichen. Eine Stagnation der Mietpreise ist nicht zu erwarten.

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