Barock Möbel

Die eigene Wohnung mit antiken Möbeln auszustatten wird immer beliebter. Anstatt aktuellen Einrichtungstrends hinterher zu laufen, die doch nach kurzer Zeit wieder veraltet sind, holt man sich mit Antikmöbeln Einrichtungsstücke in die Wohnung, die den „test of time“ längst bestanden haben. Das gilt allemal für Barock-Möbel. Die Stilrichtung des Barock setzte sich im 17. und frühen 18. Jahrhundert in Europa durch. Sie hat viele Gestaltungsbereiche geprägt wie die Architektur, die Malerei, den Gartenbau und eben auch die Möbel- und Einrichtungskultur. Typisch für den Barockstil sind prachtvolle Verzierungen, geschwungene Formen und der üppige Einsatz von Gold.

Geschichte und Charakter des Barock

Nicht zufällig entstand die Stilrichtung des Barock in der Epoche des Absolutismus. Der europäische Hochadel wollte seine unumschränkte Machtentfaltung auch repräsentativ zur Geltung bringen. So entstanden prunkvolle Schlösser und Paläste wie Versailles in Frankreich oder Schönbrunn in Österreich. Hinzu kamen häufig opulente Gartenanlagen zum Lustwandeln. In Malerei und Architektur wurde der Barockstil auch von der katholischen Kirche im Zuge der Gegenreformation aufgegriffen. Die prunkvollen Kirchenbauten aus dieser Epoche sollten quasi als Vorgeschmack zum Paradies den Himmel auf die Erde holen und setzten damit bewusst einen Kontrapunkt zur rationalistischen Frömmigkeit des Protestantismus. Die charakteristischen Merkmale des Barock sind die repräsentative Prachtentfaltung und die lebensbejahende Opulenz. Dies findet seinen Niederschlag in der aufwändigen Verarbeitung von Edelmetallen, in der Reichhaltigkeit der Verzierungen und der Bevorzugung runder und geschwungener Formen. Der Barockstil soll Pracht und Harmonie zum Ausdruck bringen. Mit Barock-Möbeln kann man sich ein Stück Lebensart und -lebensgefühl der Zeit Ludwigs XIV. nach Hause holen.

Typische Barock-Möbelstücke und ihre Eigenheiten

Es gibt eine ganze Reihe von Möbelstücken, die bis heute stellvertretend für die Epoche des Barock stehen. Vielfach fließen auch in moderne Varianten dieser Möbelstücke noch Elemente des Barock ein. Hierzu zählt das reich verzierte Kabinett als Kombination aus Schreibtisch mit Schrankelementen. Für die Wände sind Gobelins mit historischen Bildmotiven besonders beliebt. Auch Funktionsmöbel wie Kommoden und Wäschetruhen wurden zur Barockzeit reichhaltig verziert und in wahre Kunstwerke verwandelt: Kommoden mit Messing und dunklem Schildpatt und Eichentruhen mit glänzenden Beschlägen und einzigartigem Schnitzwerk. Für das Schlafzimmer zählt der geschwungene Konsolentisch einschließlich Kerzenhalter, stilvollen Gardinen und Wandspiegel zu den typischen Barock-Möbeln. Für den Wohnbereich wurden in der Barockzeit edle Tische mit vielfältigen Einlagearbeiten aus Edelholz oder Edelsteinen gefertigt. Hierzu wurden gepolsterte Armsessel produziert, die mit vergoldeten Elementen reich verziert wurden.

Gestaltung von Barock-Möbeln

Barock-Möbel setzen auf Klasse statt Masse. Sie wurden in geringen Stückzahlen oder als Unikate hergestellt. Vielfach handelt es sich um Einzelanfertigungen für bestimmt Personen, die ihre individuellen Wünsche und Vorstellungen in die Gestaltung des Möbelstücks mit einbrachten. Die reichhaltigen Verzierungen und dekorativen Elemente dieser Möbel gaben gute Gelegenheit dafür. Bei Barock-Möbeln spielten Größe, Gewicht und Form keine Rolle. Sie wurden speziell für eine bestimmt Residenz angefertigt, weshalb man auf die Transportierbarkeit keine Rücksicht nehmen musste. Die komplexe und opulente Gestaltung von Barock-Möbeln hatte den Vorteil, dass man mit ihnen eine Wohnumgebung als Gesamtkunstwerk gestalten konnte. Gezielt wurden die einzelnen Möbelstücke auf die Wand-, Boden- und Deckengestaltung abgestimmt. Wegen ihres Alters und der aufwändigen Fertigung sind originale Barock-Möbel heute teuer und selten. Vielfach werden günstige und gut gemachte Imitate angeboten, die allerdings nicht von antiquarischem Wert sind.